Der Jesus-Mythos
Eine esoterische Sicht auf die
Evangelien
von
Teil 1
e-Mail: elias.erdmann@gmx.de
Homepage:
http://www.klarerblick.de/forum/viewforum.php?f=37
Bevor die esoterische
Sichtweise auf die Evangelien dargestellt wird, ist es zunächst notwendig, sich
etwas mit den traditionellen Glaubensvorstellungen auseinander zu setzen und
sich von diesen Vorstellungen zu lösen, denn diese anerzogenen und tief
verwurzelten Vorstellungen machen es uns andernfalls vollkommen unmöglich, die
esoterische Botschaft zu erkennen, die in den Evangelien steckt.
Was wissen wir über Jesus?
In den Evangelien der Bibel
erfahren wir von einem Jesus, der angeblich aus dem Hause David stammte, der
von einer Jungfrau in einem Stall geboren wurde, dessen Eltern wegen Herodes
nach Ägypten flohen, der später Kranke heilte und sogar den verstorbenen
Lazarus auferweckte, der für 30 Silberlinge verraten wurde, der gekreuzigt
wurde, der für unsere Sünden gestorben ist und nach 3 Tagen von den Toten
auferstand.
Doch ein Jesus mit einer solchen
Biographie hat mit Sicherheit nie gelebt. Es ist durchaus wahrscheinlich, dass
damals jemand in der Region lebte, der einen neuen Glauben lehrte und auf den
die Spruchsammlung zurück geht, die uns heute als Thomas-Evangelium vorliegt.
Aber über die Biographe dieses Menschen wissen wir so gut wie nichts.
Was wir aufgrund der
Evangelien über ihn zu wissen meinen, ist in sich widersprüchlich und enthält
etliche historische Fehler. Die rein männlichen Ahnenreihen bei Lukas und
Matthäus, durch die eine Abstammung aus dem Hause David nachgewiesen werden
soll, enthalten unschiedliche Namen und unterschiedlich viele Generationen. Und
überhaupt macht so eine Ahnenreihe auch nur dann einen Sinn, wenn Joseph auch
der Vater von Jesus ist. Die Steuerschätzung, wegen der Josef und Maria
unterwegs waren, hat es nach den Aussagen der Historiker in dieser Form nie
gegeben. Der Kindermord des Herodes ist ganz offensichtlich eine Dublette zu
Moses, der auch schon dem Kindermord des Pharao entgeht. Und Silberlinge waren
damals nicht mehr als Währung im Umlauf.
Die
Auferstehung von Jesus ist für das heutige Christentum von ganz zentraler
Bedeutung und so mag man eigentlich erwarten, dass wenigstens über dieses
wichtige Ereignis eindeutige und zuverlässige Berichte vorliegen. Doch wenn man
die unterschiedlichen Evangelien vergleicht, wird man feststellen, dass die
Schilderungen am leeren Grab ganz erheblich voneinander abweichen.
http://www.bibel-online.net/buch/40.matthaeus/28.html
- 2 Frauen kommen (Maria von Magdala und die andere Maria)
- mit einem Erdbeben wird der Stein weggerollt
- ein Engel kommt vom Himmel
http://www.bibel-online.net/buch/41.markus/16.html
- 3 Frauen kommen, sehr früh, als die Sonne aufging (Maria von
Magdala und Maria, die Mutter des Jakobus, und Salome)
- der Stein war schon weggewälzt
- im Grab ist ein junger Mann
http://www.bibel-online.net/buch/42.lukas/24.html
- die genaue Anzahl der Frauen wird nicht erwähnt (Es waren aber
Maria von Magdala und Johanna und Maria, des Jakobus Mutter, und die andern mit
ihnen ...)
- der Stein war schon weggewälzt
- beim Grab sind zwei Männer mit glänzenden Kleidern
http://www.bibel-online.net/buch/43.johannes/20.html
- Nur Maria von Magdala geht zuerst zum Grab, als es noch finster
war
- zwei Engel in weißen Gewändern erscheinen später am Grab
Wenn man diese Widersprüche
in den Jesus-Geschichten betrachtet, wird deutlich, was Paulus damit meint,
wenn er von „Fabeln und Geschlechtsregistern“ spricht, „die kein Ende haben und
eher Fragen aufbringen, als dass sie dem Ratschluss Gottes im Glauben dienen“
(1.Tim 1,3). Sein Evangelium ist im Gegensatz dazu „nicht von menschlicher Art“
(Gal 1,11). So wettert er auch gegen die "ungeistlichen
Altweiberfabeln" (1.Timot 4,7) und verflucht diejenigen, die ein anderes
Evangelium als seines predigen (Gal 1,7).
Doch genau auf diesen
„Altweiberfabeln“ basieren die Glaubensvorstellungen im heutigen Christentum.
Außerbiblische Quellen über Jesus
Da die Evangelien uns keine
verlässlichen Informationen über den historischen Jesus liefern können, stellt
sich die Frage, ob es denn andere Quellen aus der Zeit und aus der Region gibt,
die ihn erwähnen.
Bei den Qumran-Schriftrollen
wären wir zwar in der richtigen Zeit und in der richtigen Region, aber die
Gemeinde von Qumran hielt Jesus trotz all seiner Wunder offensichtlich nicht
für erwähnenswert.
Auch den römischen
Historikern fiel Jesus erst nachträglich auf, nachdem das Markus-Evangelium
bereits erschienen war und sich das Christentum bereist auszubreiten begann. So
ist zu vermuten, dass sich auch die Historiker primär auf christliche Quellen
bezogen und uns daher keine unabhängigen Informationen liefern können.
Nach meinem Kenntnisstand ist
dieses Zitat aus den Jahren 93/94 die angeblich, älteste Erwähnung von Jesus.
Josephus Flavius: "Um
diese Zeit lebte Jesus, ein weiser Mensch, wenn man ihn überhaupt einen
Menschen nennen darf. Er war nämlich der Vollbringer ganz ungewöhnlicher Taten
und der Lehrer aller Menschen, die mit Freuden die Wahrheit aufnahmen... Er war
der Christus. Und obgleich ihn Pilatus auf Betreiben der Vornehmsten unseres
Volkes zum Kreuzestod verurteilte, wurden doch seine früheren Anhänger ihm
nicht untreu. Denn er erschien ihnen am dritten Tag wieder lebend, wie
gottgesandte Propheten dies und tausend andere wunderbare Dinge von ihm vorher
verkündigt hatten. Und noch bis auf den heutigen Tag besteht das Volk der
Christen, die sich nach ihm nennen, fort" (Altertümer 18.3.3)
(zitiert nach http://www.hoffnung.de/bad/2002/2002-03-22)
Aber selbst kirchliche Quellen geben zu: „Die berühmte Stelle
über Jesus XVIII, 63 f., das sog. Testimonium Flavianum, ist ein christl.
Einschub, ebenso die zweite Erwähnung Jesu XX, 200. „ (Quelle: http://www.bautz.de/bbkl/j/Josephus_f.shtml)
Über die Entstehung der
Evangelien
Wie die Evangelien entstanden
sind, lässt sich heute sehr genau nachvollziehen. Etliche Motive und Aussagen
aus dem neuen Testament sind ganz eindeutig Übernahmen aus dem alten Testament
(Septuaginta). Die Evangelisten haben diese Sprüche und Motive zu einer neuen
Geschichte verwoben und sie haben das Leben von Jesus ganz gezielt so
gestaltet, dass es auf die alttestamentarischen Messias-Erwartungen passt und
dass durch ihn „die Schrift erfüllt werde“. Und sie geben sogar in einigen
Fällen Hinweise, auf welche Stelle im alten Testament sie sich beziehen.
Manche Christen sehen darin
den Beweis, dass schon das alte Testament auf das spätere Wirken von Jesus
hinweist und dass Jesus deshalb der Messias sein muss, der im alten Testament
angekündigt wurde. Theoretisch wäre es ja tatsächlich möglich, dass die
Evangelisten Berichte von Augenzeugen verwendet hätten und ausgehend von diesen
Berichten nach Hinweisen im Alten Testament gesucht hätten. Doch so haben die
Evangelisten nicht gearbeitet, denn die scheinbare Jesus-Biographie passt auch
bei solchen Stellen zum alten Testament, wo man nachweisen kann, dass die
historischen Rahmendaten nicht stimmen, wie beispielsweise bei den
Silberlingen, die sich auf Sacharia 11,12. beziehen. Bei Matthäus steht
übrigens für die 30 Silberlinge ein Bezug zu Jeremia, den man dort aber
seltsamerweise nicht finden kann.
Also haben die Evangelisten
nicht ausgehend von der realen Lebensgeschichte nach Hinweisen im alten
Testament gesucht, sondern sie haben ganz eindeutig ausgehend vom alten
Testament die scheinbare Biographie von Jesus verfasst.
Die nachfolgende Zusammenstellung ist sicherlich nicht komplett,
aber sie macht schon deutlich, wie sehr sich die Evangelisten an das alte
Testament gehalten haben.
|
Aussage über Jesus |
Original im AT |
Übernahme im NT |
|
Nachkomme des Weibes |
1. Mose 3, 15 |
Matthäus 1, 18; Galater 4, 4 |
|
Geboren von einer Jungfrau |
Jesaja 7, 14 |
Matthäus 1, 22-23 |
|
Nachkomme Abrahams |
1. Mose 12, 3.7; 17, 7 |
Galater 3, 16; Römer 9, 5.7 |
|
Aus dem Stamm Judas |
1. Mose 49, 10 |
Hebräer 7, 14; Offenbarung 5, 5 |
|
Vom Hause Davids |
2. Samuel 7, 12-13 |
Lukas 1, 31-33; Römer 1, 3 |
|
Soll in Bethlehem geboren werden |
Micha 5, 1-3 |
Matthäus 2, 6; Lukas 2, 4.15 |
|
Soll "Immanuel" genannt werden |
Jesaja 7, 14 |
Matthäus 1, 23 |
|
Aus Ägypten gerufen |
Hosea 11, 1 |
Matthäus 2, 15 |
|
Vom Heiligen Geist gesalbt |
Jesaja 11, 2-3; 61, 1 |
Lukas 3, 22; 4, 18; Johannes 3, 34 |
|
Sein Vorläufer |
Jesaja 40, 3; Maleachi 3, 1 |
Matthäus 3, 1-3; Markus 1, 2-3 |
|
Er ist der ewige Sohn. |
Psalm 2, 7-12 |
Matthäus 3, 17; Apostelgeschichte 8, 33 |
|
Er kommt ins Fleisch. |
Jesaja 9, 6 |
Lukas 2, 12 |
|
Er ist der leidende Gottesknecht. |
Jesaja 43, 1; 53, 3-12 |
Matthäus 12, 18; Philliper 2, 7 |
|
Er ist der Eckstein. |
Psalm 118, 22 |
Matthäus 21, 42; Apostelgeschichte 4, 11; Epheser 2, 20 |
|
Er ist der Morgenstern. |
4.Mose 24, 17 |
Offenbarung 22, 16 |
|
Er ist der Priesterkönig. |
1.Mose 14, 18 |
Hebräer 7, 1.14-17 |
|
Er ist der große Hohepriester. |
2.Mose 28, 1; Psalm 110, 4 |
(Hebräer 4, 14-15; 5, 5.10; 7,11-28 |
|
Er ist der große Prophet. |
5.Mose 18, 18 |
Apostelgeschichte 3, 22 |
|
Er ist das Zepter. |
4.Mose 24, 17 |
Offenbarung 19, 15 |
|
Er wird von den Heiden angebetet werden. |
Jesaja 60, 3 |
Matthäus 2, 2 |
|
Er ist der Friedefürst. |
Jesaja 9, 6 |
Epheser 2, 14-18 |
|
Er wird über die Nationen herrschen. |
Psalm 2, 8 |
Offenbarung 2, 27 |
|
Er wird König über das Universum sein. |
Sacharja 14, 9 |
Apostelgeschichte 2, 34.35 |
|
Er wird ein ewiges Königreich haben. |
Daniel 2, 44; 4, 34; 7, 13-14.27 |
Lukas 1, 33; Hebräer 12, 28 |
|
Die Kennzeichen seines Dienstes |
Jesaja 61, 1-2 |
Lukas 4, 16-19 |
|
Er wird in Jerusalem auf einem Esel als König einziehen. |
Sacharja 9, 9 |
Johannes 12, 14-15 |
|
Er wird Wunder tun. - () |
Jesaja 35, 5-6 |
Matthäus 11, 4-5 |
|
Er wird die Heiden erleuchten. |
Jesaja 43, 1.6-7 |
Lukas 2, 32; Apostelgeschichte 13, 47 |
|
Er wird die Heiden segnen. |
Jesaja 11, 10 |
Römer 15, 9-12) |
|
Er wird viel leiden müssen. - |
Jesaja 53, 3 |
Hebräer 2, 18; 4, 15 |
|
Er wird verworfen werden. |
Psalm 69, 8; Jesaja 53, 3 |
Johannes 1, 11; 7, 5 |
|
Er wird im Stich gelassen. |
Sacharja 13, 7 |
Matthäus 26, 31 |
|
Er wird umgeben sein von Feinden. |
Psalm 22, 7-8; Psalm 109, 25 |
Matthäus 27, 39-40; Markus 15, 29-30 |
|
Er wird bespien und gegeißelt werden. |
Jesaja 1, 6; 50, 6 |
Matthäus 26, 67; 27, 26; Markus 14, 65 |
|
Man wird ihm Essig zu trinken geben. |
Psalm 69, 22 |
Matthäus 27, 34.48) |
|
Er wird von Nägeln durchbohrt werden. |
Psalm 22, 16; Sacharja 12, 10 |
Lukas 23, 33; Johannes 20, 25.27 |
|
Er wird von Durst gequält sein. |
Psalm 22, 16 |
Johannes 19, 28 |
|
Seine Kleider werden zerteilt. |
Psalm 22, 19 |
Lukas 23, 34; Johannes 19, 23-24 |
|
Seine Gebeine werden nicht zerbrochen werden. |
Psalm 34, 21 |
Johannes 19, 33-36 |
|
Er wird den Übeltätern gleichgerechnet werden. |
Jesaja 53, 12 |
Markus 15, 28; Lukas 22, 37 |
|
Er wird von Gott verlassen werden. |
Psalm 22, 2 |
Matthäus 27, 46 |
|
Er wird Gott seinen Geist übergeben. |
Psalm 31, 5 |
Lukas 23, 46 |
|
Er wird bei den Reichen begraben werden. |
Jesaja 53, 9 |
Matthäus 27, 57-60 |
|
Er wird auferweckt werden. |
Psalm 16, 10-11 |
Apostelgeschichte 2, 27.31; 13, 33-35 |
|
Er wird zur Herrlichkeit auffahren. |
Psalm 68, 18; Psalm 24, 7-10 |
Apostelgeschichte 1, 9; Epheser 4, 8 |
(Die Liste habe ich weitgehend übernommen von: http://www.way-truth-life.com/beitraege/jesus/messianische_prophezeiungen.html)