Tabula Smaragdina

Die Smaragdtafeln des Hermes Trismegistos

 

Eine Deutung von Elias Erdmann

e-Mail: elias.erdmann@gmx.de

Homepage: http://www.klarerblick.de/forum/viewforum.php?f=37

 

 

Es ist schon einige Jahre her, seit ich das erste Mal in einem Esoterik-Buch auf diesen Text stieß. Ich kann mich aber noch gut daran erinnern, dass mir damals der Sinn der Smaragdtafeln vollkommen verborgen blieb. Sicherlich geht es auch vielen anderen ähnlich, die mit diesem Text konfrontiert werden. Ich selbst ließ jedenfalls damals diesen Text liegen und beschäftigte mich mit anderen Sachen, was mich schließlich zu der Thematik brachte, die ich nun auf meiner http://www.klarerblick.de/forum/viewforum.php?f=37 vorstelle. Vor wenigen Tagen begegnete der Text mir nun wieder. Ich las ihn erneut, doch jetzt hatte ich erst die notwendigen Grundlagen, um ihn auch zu verstehen.

 

Es ist so wie mit dem berühmten Ei des Kolumbus. Wenn man weiß wie, dann ist es eigentlich ganz einfach. Es sind eigentlich nur ein paar Grundlagen, die man wissen muss und der anfangs so unverständliche Text erscheint einem plötzlich in vollkommener Klarheit und in einer sehr komprimierten Form.

 

Gegenüber den üblichen Interpretationen unterscheidet sich mein Ansatz dadurch, dass ich die Smaragdtafeln aus der Perspektive von Platons Ideenlehre interpretiere und weiterhin das symbolische Analogie-System Sonne-Mond-Erde und die Vier-Elemente-Lehre (Feuer, Luft, Wasser, Erde) mit ihren Entsprechungen berücksichtige.

 

Für eine sichere Deutung benötigen wir aber zunächst eine sichere Übersetzung. Es kursieren aber  tatsächlich unterschiedliche deutsche Fassungen, sowohl durch Literatur, als auch durch das Internet. Daher habe ich mich entschieden, neben zwei Übersetzungen hier auch das lateinische Original zu betrachten, um im Zweifelsfall darauf zurück zu greifen. Ich beziehe mich in der Deutung weitgehend auf Übersetzung 1.

 

Das lateinische Original

 

Die Zeilennummern habe ich zur leichteren Vergleichbarkeit der Texte selbst ergänzt.

 

Quelle zitiert nach: http://www.larskronlob.de/tabula.htm

 

1.      VERUM SINE MENDACIO, CERTUM ET VERISSIMUM:

2.      QUOD EST INFERIUS, EST SICUT QUOD EST SUPERIUS, ET QUOD EST SUPERIUS, EST SICUT QUOD EST INFERIUS, AD PERPETRANDA MIRACULA REI UNIUS.

3.      ET SICUT OMNES RES FUERUNT AB UNO, MEDIATIONE UNIUS, SIC OMNES RES NATAE FUERUNT AB HAC UNA RE, ADAPTIONE.

4.      PATER EIUS EST SOL, MATER EIUS LUNA;

5.      PORTAVIT ILLUD VENTUS IN VENTRE SUO;

6.      NUTRIX EIUS TERRA EST.

7.      PATER OMNIS TELESMI TOTIUS MUNDI EST HIC.

8.      VIS EIUS INTEGRA EST, SI VERSA FUERIT IN TERRAM.

9.      SEPARABIS TERRAM AB IGNE, SUBTILE A SPISSO, SUAVITER, CUM MAGNO INGENIO

10.  ASCENDIT A TERRA IN COELUM, ITERUMQUE DESCENDIT IN TERRAM ET RECIPIT VIM SUPERIORUM ET INFERIORUM.

11.  SIC HABEBIS GLORIAM TOTIUS MUNDI. IDEO FUGIET A TE OMNIS OBSCURITAS. HIC EST TOTIUS FORTITUDINIS FORTITUDO FORTIS; QUIA VINCET OMNEM REM SUBTILEM, OMNEMQUE SOLIDA PENETRABIT.

12.  SIC MUNDUS CREATUS EST.

13.  HINC ERUNT ADAPTIONES MIRABILES, QUARUM MODUS EST HIC.

14.  ITAQUE VOCATUS SUM HERMES TRISMEGISTOS, HABENS TRES PARTES PHILOSOPHIAE TOTIUS MUNDI.

15.  COMPLETUM EST QUOD DIXI DE OPERATIONE SOLIS.

 

 

Zwei deutsche Übersetzungen

 

Übersetzung zitiert nach http://www.themamundi.de/lesebuch/trismegi.htm

 

1.      Es ist wahr ohne Lüge, es ist gewiss auf's Allerwahrhaftigste!

2.      Das Untere ist gleich demjenigen, das Oben ist. Und was Oben ist, ist gleich demjenigen das Unten ist, um das Wunder eines Einzigartigen Dinges zu Stande zu bringen.

3.      So wie alle Dinge von dem Einzigen und durch seinen Plan gemacht sind, so entstammen alle geschaffenen Dinge von diesem Einzigen durch Adoption.

4.      Sein Vater ist die Sonne, seine Mutter der Mond.

5.      Der Wind hat es in seinem Bauch getragen.

6.      Seine Ernährerin ist die Erde.

7.       Es ist der Vater aller Vollendung der ganzen Welt und seine Tugend ist vollkommen.

8.       Wenn es in Erde verwandelt worden ist, ist seine ganze Kraft beisammen.

9.      Trenne die Erde vom Feuer, das Subtile vom Dichten, schrittweise und mit grossem Verstand.

10.  Es steigt von der Erde zum Himmel und wieder zur Erde hinab und empfängt dabei die Kraft des Oberen und des Unteren.

11.   So erhältst du die Herrlichkeit der ganzen Welt. Oben wird von dir aller Unverstand weichen. Das Einzigartige ist von aller Stärke die stärkste Stärke, weil es alle subtilen Sachen besiegt und alle festen durchdringt.

12.  Auf diese Weise ist der Kosmos geschaffen.

13.   Von da stammen die wunderbaren Nachahmungen, die Art und Weise derselben ist hierin beschrieben.

14.   Deswegen heisse ich der dreimalgroße Hermes, denn ich habe die drei Teile der Weisheit der ganzen Welt.

15.   Was ich von dem Wirken der Sonne gesagt habe, ist vollendet und vollkommen.

 

Übersetzung 2 zitiert nach http://www.thomas-koerbel.de/frensch.html (geänderte Zeilennummern)

 

Quelle:

Tomberg, Valentin (Anonymus d'Outre tombe): Die Großen Arcana des Tarot.

Meditationen. Mit einer Einführung von Hans Urs von Balthasar, Basel,

1983, S. 23.

 

 

1.      Wahr, ohne Lüge, sicher und vollkommen wahrhaftig.

2.      Was unten ist, ist wie das, was oben ist, und was oben ist, ist wie das, was unten ist, um die Wunder des Einen zu vollbringen.

3.      Und wie alle Dinge aus Einem gewesen und gekommen sind durch die Meditation des Einen, so sind alle Dinge von diesem Einen durch Anpassung geboren.

4.      Sein Vater ist die Sonne, seine Mutter ist der Mond;

5.      der Wind hat es in seinem Schoß getragen;

6.       seine Ernährerin ist die Erde.

7.      Der Vater von allem Grundwillen der ganzen Welt ist hier.

8.      Seine Kraft ist vollständig, wenn sie in die Erde umgewandelt sein wird.

9.      Du wirst die Erde vom Feuer trennen, das Feine vom Groben, sanft, mit großer Geschicklichkeit.

10.  (Der Grundwille) steigt von der Erde auf zum Himmel, und er steigt wieder herab zur Erde, und er empfängt die Kraft der oberen und der unteren Dinge.

11.  Auf diese Weise wirst du den Ruhm der ganzen Welt erlangen. Darum wird alle Dunkelheit vor dir fliehen. Dies ist die starke Kraft aller Kraft: denn sie wird alles Feine besiegen und alles Feste durchdringen.

12.  So ist die Welt erschaffen worden.

13.  Daher wird es wunderbare Angleichungen geben, deren Art und Weise sich hier findet.

14.  Darum bin ich Hermes Trismegistos genannt worden, weil ich die drei Teile der Philosophie der ganzen Welt besitze.

15.  Erfüllt ist, was ich von dem Wirken der Sonne gesagt habe.

 

Die Interpretation

 

„Es ist wahr ohne Lüge, es ist gewiss auf's Allerwahrhaftigste!“

 

Nach dieser Formbemerkung teile ich die folgenden Aussagen thematisch  in drei Gruppen:

1)      Die materielle Welt als Abbild einer höheren Wirklichkeit

2)      Die drei Hauptebenen der Schöpfung: Geist als Ur-Idee - Seele an Entwicklungsbereich -Materie als Realisierung

3)      Der Kreislauf  bzw. der Auf- und Abstieg der Seele über die 4 Stufen der Schöpfung

 

Der erste Teil der Weisheit

 

„Das Untere ist gleich demjenigen, das Oben ist. Und was Oben ist, ist gleich demjenigen das Unten ist, um das Wunder eines Einzigartigen Dinges zu Stande zu bringen. So wie alle Dinge von dem Einzigen und durch seinen Plan gemacht sind, so entstammen alle geschaffenen Dinge von diesem Einzigen durch Adoption.“

 

Sicherlich ist diese Aussage der bekannteste Teil der Smaragdtafeln. In der Esoterik-Literatur wird sie oftmals auch in der verkürzten Form „Wie oben, so unten“ wiedergegeben und man findet sehr häufig die Interpretation „Makrokosmos gleich Mikrokosmos“, oftmals auch mit einem direkten Bezug zur Astrologie. Das läuft auf die Vorstellung hinaus, dass sich die Sternenbewegungen am Firmament (=Makrokosmos) im Schicksal des Menschen (=Mikrokosmos) wiederspiegeln. Dieser populären Deutung des Prinzips „wie oben, so unten“ kann ich im Zusammenhang mit dieser Textstelle jedoch nicht zustimmen. Dass sich große Strukturen und Prinzipien in ähnlicher Weise im Kleinen wiederholen, möchte ich damit keinesfalls im Abrede stellen. Zeile 13 nennt sogar ausdrücklich „Nachahmungen“ des Schöpfungsprinzips.

 

Dieser populären Deutung möchte ich nun eine andere gegenüberstellen, welche ich in diesem Zusammenhang für deutlich passender halte:

 

Es gibt für alle Dinge der unteren, materiellen Welt einen Plan bzw. eine Ur-Idee in der höheren Wirklichkeit. Die materiellen Dinge ähneln dieser abstrakten Ur-Idee, durch die sie geschaffen sind.

 

Das entspricht durchaus der Logik des Johannes-Evangeliums: „Am Anfang war das Wort ….. und das Wort ist Fleisch geworden.“ Am Anfang war die abstrakte Ur-Idee … und die Ur-Idee wurde in der Materie realisiert.

 

Um diesen Teil zu verstehen, sollte man sich mit der Ideenlehre des Platon etwas beschäftigen. Danach gibt es folgende zwei Welten:

 

a)      die Welt der Ideen, Formen, Urbilder

b)      die Welt der sinnlich erfahrbaren Dinge

 

In meinem Sprachgebrauch würde ich das so beschreiben: Es gibt eine „obere“ geistige Ebene, auf der es die abstrakten Urbilder aller Dinge gibt. Dort sind sie aber noch nicht „realisiert“, haben noch keine Konsequenzen und sind daher auch noch nicht erfahrbar. Weiterhin gibt es eine „untere“ materielle Ebene, in der die realisierten „Abbilder“ dieser Ideen erfahrbar sind.

 

In der Datei http://domfree.de/elias/genesis.pdf habe ich dieses Modell in einem anderen Zusammenhang ausführlich erklärt.

 

Wenn man nun einen Plan von etwas hat, z.B. eine technische Zeichnung, so entsprechen die danach gefertigten realen Objekte diesem Plan. Die technische Zeichnung ist quasi das abstrakte Urbild der danach gefertigten realen Objekte.  

 

Der zweite Teil der Weisheit

 

„Sein Vater ist die Sonne, seine Mutter der Mond. Der Wind hat es in seinem Bauch getragen. Seine Ernährerin ist die Erde. Hier ist der Vater aller Vollendung der ganzen Welt. Wenn es in Erde verwandelt worden ist, ist seine Kraft vollständig.“

 

In Übersetzung 1 steht „Es ist der Vater ...“ Richtig wäre aber „Hier ist der Vater ...“ .

Den Zusatz „und seine Tugend ist vollkommen“ finde ich im lateinischen Original nicht.

 

Hier werden die drei Ebenen der Schöpfung beschrieben:

 

Diese drei Ebenen werden hier symbolisiert durch Sonne-Mond-Erde. Im Menschen entspricht dieses der Dreiteilung: Geist-Seele-Körper. In der Schöpfung findet sich wiederum eine analoge Dreiteilung: Geistige Welt - Paradies - Materielle Welt. In der Elemente-Lehre entspricht dieses Luft-Wasser-Erde.

 

Die Mondphasen - der Zyklus von Neumond und Vollmond - symbolisierten in früheren Zeiten den Zyklus der Seele, die sich immer wieder vom Geist trennt und sich immer wieder in den „gottesfernen“ Bereich unterhalb der Materie begibt und dann schließlich wieder zurück kehrt, die sich immer wieder vom Geist löst, um sich schließlich wieder mit ihm zu vereinen. Auch im Gleichnis vom verlorenen Sohn wird dieses Prinzip dargestellt. In der Datierung des Osterfestes auf den ersten Sonntag nach dem ersten Vollmond im Frühjahr ist diese Symbolik noch erhalten.

 

Bei Neumond steht der Mond zwischen Erde und Sonne (Konjunktion zur Sonne).

 

Sonne (Geist)

Mond (Seele)

Erde (Materie)

 

Die Seele ist hier gleichnishaft betrachtet also oberhalb der Materie quasi im paradiesischen Zustand. Der Mond leuchtet in dieser Phase selbst nicht. Die noch nicht abgeteilte und individualisiert Seele ist noch nicht vom Geist (symbolisiert durch die Sonne) getrennt.


Bei Vollmond steht hingegen die Erde zwischen Sonne und Mond. (Mond in Opposition zur Sonne).

 

Sonne (Geist)

Erde (Materie)

Mond (Seele)

 

Die Seele ist hier also unterhalb der Materie bzw. in der materiellen Welt „begraben“. Dass Ostern auf einen Vollmond folgen muss, ergibt sich hieraus. Vor Ostern ist bekanntlich auch Jesus „begraben“.

 

Der Mond leuchtet bei Vollmond am stärksten, wenn er in Opposition zur Sonne steht, also geozentrisch betrachtet im Zustand der maximalen Gottesferne ist. Wenn sich der Mond hingehen wieder der Sonne nähert, verliert er selbst an Helligkeit, bis er im Zustand der Vereinigung (Konjunktion) selbst verloschen ist.

 

Die Mondsichel wird übrigens in den Mysterienkulten gelegentlich mit einer Wasser-Schale vergleichen, wodurch auch der Zusammenhang zur Seele unterstrichen wird.

 

Auf diesen Zyklus wird aber bei den Smaragdtafeln aber erst im dritten Teil der Weisheit eingegangen. Ich habe diesen Zusammenhang hier nur deshalb schon eingefügt, um das Analogie-System Sonne-Mond-Erde kurz vorzustellen.

 

DER Geist ist in der Symbolik männlich. DIE Seele und DIE Materie sind weiblich. So haben wir hier einen Vater, eine Mutter und eine Ernährerin (Amme).  Der Vater entspricht hier der geistigen Ur-Idee bzw. der Ur-Zeugung, die durch die Mutter (=Seele) entwickelt bzw. ausgetragen wird und schließlich durch die materielle Ausgestaltung bzw. Ernährung erfahrbar wird. So wird die geistige Ur-Idee in Materie verwandelt.

 

Wirken können Ideen erst durch die Realisierung. Erst die materielle Realisierung gibt den Ideen Kraft.

 

Die Aussage „Der Wind hat es in seinem Bauch getragen“ könnte man auf zweierlei Arten interpretieren.

 

1.)    Die Materielle Schöpfung entstand aus der geistigen Welt. Somit ist die materielle Schöpfung von der Geistigen Welt umgeben. Das läuft auf ein Schalen- oder Sphärenmodell hinaus. Das Symbol für die Geistige Welt ist „Luft“. Der heilige Geist „weht“ bekanntlich. In diesem Sinne wäre die Schöpfung von „Luft“ umgeben. Bewegte Luft ist Wind.

2.)    In der Symbolik vom Dreifachkreuz (siehe http://www.klarerblick.de/forum/viewforum.php?f=37)  wird die Struktur sowohl oben als auch unten von einer Entsprechung des Elementes Luft abgeschlossen.

 

Der dritte Teil der Weisheit

 

„Trenne die Erde vom Feuer, das Subtile vom Dichten, schrittweise und mit großem Verstand. Es steigt von der Erde zum Himmel und wieder zur Erde hinab und empfängt dabei die Kraft des Oberen und des Unteren. So erhältst du die Herrlichkeit der ganzen Welt. Oben wird von dir aller Unverstand weichen. Das Einzigartige ist von aller Stärke die stärkste Stärke, weil es alle subtilen Sachen besiegt und alle festen durchdringt.“

 

Beim zweiten Teil dieses Abschnitts unterscheiden sich die unterschiedlichen Übersetzungen, die ich gefunden habe, schon ziemlich:

 

HIC EST TOTIUS FORTITUDINIS FORTITUDO FORTIS; QUIA

VINCET OMNEM REM SUBTILEM, OMNEMQUE SOLIDA

PENETRABIT.

 

a)      Das Einzigartige ist von aller Stärke die stärkste Stärke, weil es alle subtilen Sachen besiegt und alle festen durchdringt. (http://www.themamundi.de/lesebuch/trismegi.htm)

b)      Hier ist die starke Kraft der Kräfte, sie überwindet alle flüchtigen Dinge und durchdringt alle Festen. (http://www.larskronlob.de/tabula.htm)

c)      Dies ist die starke Kraft aller Kraft: denn sie wird alles Feine besiegen und alles Feste durchdringen. (http://www.thomas-koerbel.de/frensch.html)

 

Mein Latein ist zwar schon etwas „eingerostet“, aber ich halte Fassung c für die beste Übersetzung dieser Aussage.

 

Hier wird beschrieben, wie die Seele innerhalb der Schichten der Schöpfung auf- und absteigt.

Die vier Schritte / Stufen hierbei sind:

 

Feuer - Göttliches Bewusstsein / Schöpferkraft

Luft - geistige Ebene

Wasser - Paradies / seelische Ebene

Erde - materielle Ebene

 

Oben sind die „subtileren“ bzw. „feineren“ Schichten und unten die „festen“.

 

Die Seele kreist nun in ihren Inkarnationen über diese vier Stufen, löst sich von der höchsten ab, durchwandert die Stufen nach unten, macht dort Erfahrungen und steigt wieder hoch, um schließlich einen neuen Kreislauf zu beginnen. Auf allen Stufen - auf den oberen UND den unteren - sammelt dabei die Seele wichtige Erfahrungen, die sie stark machen. Mit der hier gewonnenen Kraft kann sie nun im oberen und im unteren Bereich, also in der geistigen wie auch in der materiellen Welt die Probleme bewältigen.

 

Schlussbemerkung

 

„Auf diese Weise ist der Kosmos geschaffen. Von da stammen die wunderbaren Nachahmungen, die Art und Weise derselben ist hierin beschrieben.“

 

Dieses Grundprinzip wiederholt sich in der Schöpfung in immer wieder neuen Nachahmungen.

 

„Deswegen heiße ich der dreimalgroße Hermes, denn ich habe die drei Teile der Weisheit der ganzen Welt. Was ich von dem Wirken der Sonne gesagt habe, ist vollendet und vollkommen.“

 

Das „Wirken der Sonne“ würde ich mit dem „Wirken der Schöpferkraft“ übersetzen.

 

Der vorsichtige Versuch einer „modernen“ Wortwahl

                                         

1.      Es ist wahr ohne Lüge, es ist gewiss auf's Allerwahrhaftigste!

 

Der erste Teil der Weisheit

 

2.      Die Dinge der materiellen Welt sind Abbilder von Dingen der geistigen Welt. Und die Dinge der geistigen Welt sind die Urbilder von dem, was in der materiellen Welt ist, ohne die sie nicht entstehen könnten.

3.      So wie alle Dinge von dem Urbild und durch seinen Plan gemacht sind, so entstammen alle geschaffenen Dinge von diesem Urbild  durch die Übernahme seiner Eigenschaften.

 

Der zweite Teil der Weisheit

 

4.      Der Schöpfungsimpuls geht von der geistigen Ebene aus, die Entwicklung geschieht auf der seelischen Ebene.

5.      Die ganze materiell Schöpfung findet statt innerhalb einer Welt des Geistes.

6.      Auf der materiellen Ebene werden die Dinge real.

7.      Hier ist der Schöpfungsimpuls  aller Vollendung der ganzen Welt.

8.      Erst wenn er materiell realisiert wurde, kann er seine volle Kraft entfalten.

 

Der dritte Teil der Weisheit

 

9.      Wenn man die Realitätsebenen anordnet und unterscheidet, die feinstofflichen, geistigen Welten und die grobstofflich materiellen Welten,

10.  so steigt in diesem Schema die Seele in einem großen Kreislauf  von der materiellen Ebene zur geistigen Ebene auf und wieder zur materiellen hinab und empfängt dabei die Erfahrungen der oberen und der unteren Ebenen.

11.  So erfährt die Seele die Herrlichkeit der ganzen Welt und es wird von der Seele aller Unverstand weichen. Auf diese Weise entwickelt die Seele die stärkste Kraft, denn sie wird so alle Probleme der geistigen und der materiellen Welt bewältigen können.

 

Schlussbemerkung

 

12.  Auf diese Weise ist der Kosmos geschaffen.

13.  Dieses Grundprinzip wiederholt sich in der Schöpfung in immer wieder neuen Nachahmungen.

14.  Deswegen heiße ich der dreimalgroße Hermes, denn ich habe die drei Teile der Weisheit der ganzen Welt.

15.  Was ich von dem Wirken der Schöpfungskraft  gesagt habe, ist vollendet und vollkommen.