Globales Manifest für Alle


1. Trennung: Trennung ist die Verstreuung eines einzigen Inhalts über eine unendliche Weite und unendliche Dauer. Alle Inhalte sind so auf der raumzeitlichen Ebene zerstreut. Jeder Versuch auf materieller Ebene, die Teile zusammenzusammeln, endet in Enttäuschung, nichts ist vollkommen, das ideale Wesen unerreichbar und unvorstellbar, da es nicht materiell ist. Nur die unerfüllte Sehnsucht deutet die Herrlichkeit der raumzeitunabhängigen Ebene an, in der nichts getrennt und alles vollkommen ist (auch das Schlechte).

2. Gegensätze: Gegensätze nehmen die Nuss der Wirklichkeit in die Zange und knacken sie. Gegensätze entfalten die Wirklichkeit oder einen Teil von ihr aus einem gemeinsamen Ursprung in getrennte Pole und Zweige. Dieses Prinzip ist universal und zeigt sich bei Sternen, Galaxien, Populationen, Gesellschaften und Individuen. Stellare Nebel spalten sich in Sterne und Planeten, Galaxien in Sternhaufen, Populationen in verschiedene Arten, Gesellschaften in mehr oder weniger feindliche Systeme und Individuen in Charaktere. Dadurch entstehen komplementäre Zweige, die sich voneinander abgrenzen, einander von außen anschauen und erkennen. Irgendwann werden diese komplementären Zweige durch Revolutionen oder Transformationen integriert, und die gleiche Entwicklung geht auf einer höheren Stufe weiter. Diese ständige Hebung des Seins durch Psyche und Geist auf eine neue Stufe und das Auftauchen der dortigen Horizonte ist Transzendenz in der Religion, Kreativität in der Kunst, Paradigmenwechsel in der Wissenschaft und Veränderung im Alltag.

3. männlich und weiblich: Das Männliche identifiziert Dinge, löst sie aus ihrem Zusammenhang heraus und entwickelt sie gezielt. Es ist verändernd, selbstbewusst und selbstbezogen und handelt mit dem Ziel, sich selbst weiterzuentwickeln. Es tritt aus sich heraus und stellt sich selbst dar. Das Weibliche erfasst das Ganze, integriert Dinge in ihren natürlichen Zusammmenhang und entwickelt sie unbevorzugt. Es ist erhaltend, allgemeinbewusst und auf alle Dinge bezogen. Es ruht in sich selber und und hilft dem Anderen, sich zu entwickeln. Dadurch entsteht ein Ungleichgewicht, das zuungunsten des Weiblichen ausgenutzt werden kann und wird.

4. Teil und Ganzes: Bewusstseinsebenen sind Resultat der Ausgrenzung unangenehmer Dinge und Bevorzugung angenehmer Dinge durch Lebewesen. Das Fehlen der ausgegrenzten Dinge engt das Lebewesen immer stärker ein und bindet es an feste Formen und zunehmende Schwere. Freiheit und Möglichkeiten der nichtmateriellen Ebene werden zu Wahrscheinlichkeiten auf Quantenebene und festen Gesetzen auf klassischer Ebene. Das Ausgegrenzte entwickelt sich eine andere Richtung weiter, wird unerreichbar und damit unbewusst oder zu Idealen. Die ausgegrenzten Dinge und ihre Potentiale, also das, was uns fehlt und uns zu Kriegen, Sucht und Depression treibt, sind jedoch nicht verloren, sondern nur über Raum und Zeit verstreut. Sie müssen wieder eingesammelt und vereint werden. Kriege, Sucht und Depressionen waren Irrwege dazu. Dadurch wurde statt des prophezeiten Paradieses die Hölle auf Erden geschaffen und nicht mehr an ein anderes Leben geglaubt. Jetzt, in der Zeit von Internet, zeitlicher Nähe zu jedem Ort, Volk, Stamm und Menschen in der Welt und frei verfügbarer Information, haben wir die Möglichkeit, das Falschgemachte zu erkennen und zu korrigieren, die Gegensätze bzw. beiden Pole jedes Inhalts wiederanzufreunden und die verlorenen Dinge wiederzufinden. Idealität muss wieder Teil der Realität werden. Wirklichkeit muss ein Mandala und keine Halbkugel bilden. Die verstreuten und isolierten Eisenteilchen müssen sich im Magnetfeld ordnen und ein harmonisches, freudigeres Ganzes bilden.

last update by Lydia Thießen 31.10.2004