Globales Manifest für Alle


1. Höhlenmensch: Durch die Begrenzung seiner Sinnesorgane auf das, was er sieht, sehen will und zu sehen wagt, hat sich der Mensch eine Höhle geschaffen, in der er gemütlich lebt und -von der ihn umgebenden schroffen Natur zurückgezogen- wie ein Bär seinen Winterschlaf hält. Der Mensch nimmt mit seinen Sinnesorganen kleine Umweltaussschnitte über geringe räumliche und zeitliche Entfernungen wahr und hat häufig ein begrenztes Innenleben. Die Natur ist deshalb schroff, weil sie vom Menschen ausgegrenzt wurde. Sie hat ihm geduldig ihre Dienste angeboten. Da der Mensch jedoch die Dienste der Natur abweist, entwickelt sie sich eigenständig und unabhängig von ihm weiter und nimmt antwortend ihrerseits keine Rücksicht mehr auf ihn.

2. Übermensch I: Der Nietzschesche Übermensch ist konkret: Er vereinigt die Gegensätze und Aspekte und projiziert seine Probleme nicht auf andere Lebewesen. Er sieht das gesamte Universum und nicht nur Ausschnitte davon. Er trennt nicht zwischen sich und seiner Umwelt, sondern sieht beide als eine Einheit und grenzt sich von destruktiven Dingen ab. Er wohnt nicht in einem Haus, sondern im Universum, in der Wirklichkeit. Sein Denken, Fühlen, Wollen und Vorstellen ist universal und nicht auf Einzelnes beschränkt. Er unterscheidet nicht zwischen wichtigen und unwichtigen Menschen und Lebewesen, sondern für ihn sind alle Menschen und Lebewesen gleich wichtig. Er erkennt Sein und Schein eines Lebewesens und sieht in jedem Lebewesen die gesamte Wirklichkeit. Er lässt sich nicht von der Gehässigkeit anderer unterkriegen, demütigen oder provozieren und freut sich nicht an der Not anderer, sondern versucht andere Lebewesen als Teil der Wirklichkeit zu verstehen und ihnen zu helfen. Er begnügt sich nicht mit einer Ursache für eine Erscheinung, sondern versucht, möglichst viele Ursachen einer Erscheinung zu finden und dadurch tiefere, allgemeinere Einsichten zu gewinnen. Er sieht die niederen Bewusstseinsschichten als je nach Umständen weiterzuentwickelnde und zu vervollkommnende oder zu transformierende und zu überwindende Basis und strebt nach höheren Bewusstseinsschichten und -zuständen. Er erstarrt nicht in Einzeldingen, -handlungen und -zuständen, sondern sieht universale Prinzipien und Zustände, die infolge der Variationsfreudigkeit des Lebens in immer anderen und neuen Formen, Dingen, Handlungen und Zuständen umgesetzt werden. Besser ist es, ihn den normalen Menschen zu nennen, denn diese Fähigkeiten sind nicht unerreichbar, wie sie scheinen, sondern ein muss für ein besseres Leben. Es gibt noch viel mehr Eigenschaften des Übermenschen, die jeder selber herausfinden und entdecken soll. Der Mensch soll auf Entdeckungsreise gehen und diese Eigenschaften finden.

3. Universaler Mensch: Der Mensch ist nach den Veden nicht auf das Hier und Jetzt beschränkt. Es gibt eine irdische, solare und universale, nichtmaterielle und materielle Menschheit. Da das Universum sich überall simultan und kohärent entwickelt, ist der Mensch ein Überprinzip und universales Wesen, das jeden Planeten, jeden Mond und jeden Stern bevölkert und auf materieller und nichtmaterieller Ebene existiert.

4. Internet: Der einzelne Mensch steht in jeder Hinsicht ziemlich isoliert da und versteht vieles nicht. Er sucht, forscht und rätselt herum, ohne eine befriedigende Antwort zu finden. Mit der Vernetzung aller Menschen durch das Internet werden die raumzeitlichen Trennungen aller Menschen überwunden und der materielle Übermensch steht auf. Dadurch kann sich der nichtmaterielle Übermensch bzw. das kollektive Unbewusste direkt äußern und umsetzen. Das kollektive Unbewusste ist das Denken, Fühlen und Bewusstsein des den Kosmos besiedelnden Menschen. Bisher hat jeder einzelne Mensch bis auf wenige tiefergehende Ausnahmen nur sein persönliches Unbewusstes, d.h. Denken, Fühlen und Bewusstsein des die Erde besiedelnden Menschen, manifestiert und umgesetzt. Jetzt realisiert jeder Mensch gleichzeitig sein kollektives Unbewusstes - er denkt, fühlt und handelt kollektiv -kosmisch-, auch wenn er es nicht eingestehen will.

5. Resurrektion: Unsere Zeit ist die Wiederkehr der Renaissance auf der Ebene des Übermenschen. Die Zeit von der Steinzeit bis zur Renaissance war die Entwicklung des Menschen. Von der Renaissance bis jetzt hat der Übermensch seine Seele, seinen Geist und sein Bewusstsein gesucht und wiedergefunden. Dazu musste er Raum und Zeit überwinden, um -über die gesamte Erde verteilt- auf materieller Ebene seinen Organismus zu entwickeln. Jetzt richtet er sich auf. Die Aufgabe jedes Wesens ist, Raum und Zeit zu überwinden. Dadurch findet es sich selber und vereint sein materielles mit dem nichtmateriellen Bewusstsein und sein persönliches mit dem kollektiven Unbewussten, richtet sich also auf.

6. Übermensch II: Wie der einzelne Mensch hat auch der Übermensch Bewusstseinsebenen. Diese sind auf materieller Ebene:

Schwarz und Weiß sind Anfangs- und Endpunkt der nichtmateriellen und materiellen Entwicklung, Unbewusstes, Dunkles, d.h. die Psyche, wird durch den Geist erschlossen und ins Licht geführt. Allein schwanken Seele und Geist nur zwischen Schwarz und Weiß, erst durch das spielerische Asien mit seiner reichen Kultur werden sie bunt und farbig - kreativ.
Afrika zeigt mit Dunkelhäutigkeit, runden, massiven Formen und körperlicher Robustheit und Stärke das Psychisch-Weibliche, Europa mit Hellhäutigkeit, geraden, subtilen Formen und geringeren körperlichen Ressourcen das Geistig-Männliche im Menschen. Afrika ist die Mutter, Europa der Vater des Übermenschen, die ihm die emotionale bzw. die geistige Basis geben.
Asien hat mit dunkler Haut und geraden Formen (Südasien) und heller Haut und runden Formen (Ostasien) ein psychisch-geistiges Gleichgewicht und zeigt dem Übermenschen den Weg.
In Afrika ist der strenge, harte Geist des Übermenschen (Europa) auf seine freie, glücklichere Psyche gestoßen. Er wollte jedoch allein herrschen und hat deshalb die Psyche versklavt. Da die Psyche hoffte, der Geist würde ihr bei ihrer Entwicklung helfen, hat sie ihm eine Zeitlang gehorcht, bis sie den Schwindel bemerkte. Geist und Psyche müssen sich die Herrschaft teilen und eine gemeinsame Kultur bilden - die Wonne erzeugen.
Was sagt die Geschichte des Menschen? Wonne statt Spannung und Krieg soll das Produkt jeden Gegensatzes sein.

7. Eigenschaften: Jede Nation, jedes Volk, jeder Stamm und jedes Individuum verkörpert Eigenschaften, die das Leben im allgemeinen braucht und ohne die es nicht funktioniert.

8. Breitengrade: Der irdische Mensch entwickelt sich von der Psyche (Üppigkeit und Überfluss der Tropen, offene Menschen mit dunklen, raumfüllenden, schweren Organismen) zum Geist (Kargheit und Schroffheit in Polnähe, verschlossene Menschen mit hellen, leichten, durchsichtigen Organismen). Kontinente sind in Nord-Süd-Richtung doppelt, um den Gegensätzen Psyche und Geist Raum zu geben. Um ein vollständiges Geist-Psyche-Wesen zu werden, muss der Mensch die Gegensätze (Afrika-Europa, Süd-Nordamerika, Australien-Asien) vereinen. Die Menschen der Subtropen gaben und geben als hochentwickelt-gleichgewichtete Kulturvölker (z.B. Griechenland, Ägypten, Indien, China, Maya) eine Ahnung dieser Vereinigung.

9. Lebensschichten: Lebewesen sammeln Erfahrungen. Die Erfahrungen akkumulieren, werden verarbeitet, dann ad acta gelegt und vergessen - unbewusst. Die vergessenen Erfahrungen setzen sich als Schichten bzw. Sedimentschichten ab, während die aktuellen Erfahrungen, die gerade verarbeitet werden, oben auf der Oberfläche, im Bewusstsein liegen und aktiv sind, sichtbar als Außenleben, z.B Biosphäre der Erde oder Ausstrahlung des Menschen. Jede neue Gruppe von Erfahrungen wird so aufgenommen, verarbeitet, sedimentiert und vergessen. Dadurch entstehen Schichten, die, da vergessen, versteinert und nur schwer aufzubrechen sind: Das persönliche hat sie dem kollektiven Bewusstsein übergeben, das sie ersterem als Steine, Böden, Skelett, Fleisch, Ektoderm und andere "nette" Sachen permanent vor Augen hält. Denn irgendwo müssen sie ja gespeichert werden, auch wenn sie vergessen werden. -Vergessen behindert also anstatt freizumachen.
Allein Sterne, z.B. die Sonne, sind sich aller ihrer Schichten bewusst. Sie vergessen nicht, und deshalb sind alle Schichten freibeweglich und transparent. Gedanken, Gefühle und das Bewusstsein können die Schichten vollständig durchdringen - der gesamte Stern strahlt. Das Licht wird nicht wie bei Planeten, Menschen, Pflanzen und Tieren passiv von der bewussten Oberfläche reflektiert, sondern aus allen Schichten aktiv abgestrahlt.
Was ist dabei nun die Aufgabe des Menschen? Zunächst soll er alle Dinge, Geschehnisse und Vorstellungen im Bewusstsein aufbewahren. Das heißt nicht, dass er nachtragend sein soll, sondern, dass er einfach nichts vergessen soll, auch wenn es verziehen ist, denn alles ist eine Bereicherung und dient der Beantwortung der Frage des Lebens: Wer bin ich?. Je mehr man vergisst, desto weniger kann man die Frage beantworten, die das Leben unaufhörlich an sich stellt. Vergessenes kristallisiert, da es aus der Lösung des Bewusstseins ausgeschieden wird, aus und existiert weiter, denn es muss ja irgendwo aufbewahrt werden. Der materielle Organismus des Menschen ist also Zeuge des kollektiven Vergessens und Ausgrenzungsverhaltens der Menschheit. Je nachdem, was vergessen und ausgegrenzt wurde, haben Menschenkollektive verschiedene Bräuche, Geschichten und unterschiedliches Aussehen, erscheinen also als Stämme, Völker, Ethnien, Rassen usw. Aufgabe des Menschen ist also a) nichts zu vergessen und b) das Vergessene, Unbewusste, seine versteinerten, verknöcherten und verfleischlichten Schichten durch das Bewusstsein aufzubrechen, auszuleuchten und zu lösen. Dadurch wird er vollkommen von Gefühlen, Gedanken und Bewusstheit durchdrungen, strahlt und verliert an Masse bzw. Schwere.
Damit bekommt auch das zukünftige Nova- bzw. Supernovastadium der Sonne einen Sinn: Der Mensch wird dann, wenn er diese Aufgabe gelöst hat, auf der Sonne leben.

10. Verdrängung: Das Problem jedes Schöpfungsakts ist, dass etwas ausgegrenzt wird. Schaffen ist immer auch Verdrängen dessen, was nicht geschaffen werden soll. Das Verdrängte ist jedoch in den bezüglich der Schaffensebene unbewussten Ebenen vorhanden und wird in ihnen -als Ausgleich- weiterentwickelt, bis es dem primär Geschaffenen mehr oder weniger selbstbewusst als dessen Spiegelbild oder Negativ entgegentritt. Hätte der Mensch denn ohne diese seine Spiegelbilder Freude am Sein? Sie machen ihn erst ganz und helfen ihm dabei, sich selbst zu finden und zu erkennen, was er ist und was er sucht.

last update by Lydia Thießen 31.10.2004