Globales Manifest für Alle


1. Objektiv und subjektiv: Wir sind alle gleichzeitig objektiv und subjektiv vorhanden - mal mehr objektiv, mal mehr subjektiv.

2. Verhängnis: Die schlimmsten menschlichen Eigenschaften sind Feigheit, Ausgrenzung und Machtgier. Wenig kommt ihnen an Bosheit gleich.

3. Innen- und Außenwelt: Wir sind alle innen und außen vorhanden. Lebewesen sind die Schnittstellen zwischen Innen und Außen, ihre Aufgabe ist es, beide zu synchronisieren. Mal sind sie außen (Leben), mal innen (Tod), um beides zu erkennen und so ihre Schnittstellenfunktion und Synchronisierung der Wirklichkeit zu erfüllen. Sie müssen leben, um das Diesseits zu erkennen und zu gestalten, und "tot" sein, um das Gewesene, Seiende und Kommende zu reflektieren, zu kalkulieren und zu überdenken. Niemand ist tot, alle sind immer da. Niemand ist lebendig, jeder ist -in seinen Gedanken, Gefühlen und in seinem Wollen- im Reich der Toten. Gott existiert deshalb nur im Kopf der Menschen, da der Raum des Fühlens, Denkens und Wollens Gott ist. Gedanken, Gefühle, Wille und Vorstellungen sind -bis jetzt- nicht sichtbar. Deswegen nennen wir sie "Gott", das Übernatürliche, Unerklärliche, Mächtige, Höhere und Wirkliche, das ja auch diese Welt umfaßt. Sie leben im, sie sind der Bereich der Nichtmaterie und durchdringen uns, sind Teil von uns. Und wir sind an die Materie gekettet, um dort zu wirken - im Materiellen.

4. Wechselwirkung: Die Wechselwirkung von Massen ergibt einen Klang. Die Wechselwirkung von elektrischen Ladungen ergibt Licht.
Gravitation ist der Ausdruck der klingenden, Massen, d.h. Gefühle, bewegenden Seele.
Elektromagnetische Wechselwirkung ist Ausdruck des farbigen, elektrische Ladungen und magnetische Momente, d.h. Gedanken, bewegenden Geistes.
Nichtlokale Kräfte sind Ausdruck des raum- und zeitunabhängigen Willens.

5. Einheit: Es kommt darauf an, wie man eins mit der Umwelt ist. Je mehr man mit der Umwelt eins ist, desto lebendiger ist man nach dem Tod, d.h. desto weniger wird von einem verworfen.

6. Sinn: Der Sinn des Lebens ist, seine Lebensaufgabe zu erfüllen und sich selbst zu finden. Das kann auf die mannigfaltigste Art und Weise geschehen - der eine ist faul, der andere fleißig usw., aber jeder tut es oder versucht es!

7. Hier und dort: Hier sind wir an die Materie gebunden und auf Punkte in Raum und Zeit beschränkt. Dort sind wir wieder frei - im ganzen, gesamten Raum und in jeder Zeit.

8. Geburt: Bei der Geburt vergißt man alles, weil dabei physikalisch gesehen die Reduktion des Zustandsvektors stattfindet, der Übergang von der Quanten- zur klassischen, grobstofflichen Ebene. Beim Tod, dem umgekehrten Übergang, vergißt man nicht, aber man kann nicht mehr oder zumindest nicht so einfach wieder zurück! Man ist dann Teil des Ganzen, und wenn man wieder zurück ins "Leben", also in die grobstoffliche Welt, will, vergißt man genau das, was man dort im Leben nicht ist oder sein will. Man behält das, was man will (Auswahl, Bevorzugung), den Rest aber muß man zurücklassen, denn man ist dann nicht mehr alles. Indem man sich so festlegt, tritt eine Einschränkung des Bewußtseins ein - jene Reduktion des Zustandsvektors. Das ist der Preis des Lebens, der Preis dafür, etwas Bestimmtes sein zu wollen.
Ansonst ist man nichts und weiß alles. (Was dann passiert, hängt allein vom Willen ab.)

9. Entscheidungsfreiheit und Wille: Was geschieht, hängt vom Willen ab - und zwar vom eigenen und dem der Umwelt. Deswegen sagt man, der Wille ist nicht frei, weil auch die Umwelt ein Wort mitzureden hat. Der Wille ist aber zu 50% frei - das, was ich will- und zu 50% unfrei - das, was die Umwelt will. Das ist unsere Wechselwirkung, unser Zusammenspiel zwischen dem ewigen Ich und Du, denn die Welt ist von Grund auf wenigstens dual, sonst könnte nichts sein. Und nichts ist nur schlimm oder nur gut an der Dualität, sie ist ein Geschenk, das Urwunder des Lebens.

10. Reise und Pendeln: Einmal sind wir hier in der Materie, dann drüben im freien Raum! Einmal sind wir ich, etwas, dann alles und nichts. Etwas zu sein, ist aber anstrengend, verlangt Arbeit, und von der kann bzw. muß man sich dann wieder ausruhen (Jenseits).

11. Sterne und Licht und Innenwelt: Lebewesen sammeln Erfahrungen. Die Erfahrungen akkumulieren, werden verarbeitet, dann ad acta gelegt und - vergessen, d.h. sie werden unbewußt. Die vergessenen Erfahrungen setzen sich in Schichten bzw. Sedimentschichten ab, während die aktuellen Erfahrungen, die gerade verarbeitet werden, an der Oberfläche, im Bewußtsein liegen und aktiv sind, sichtbar als Außenleben, z.B. Biosphäre der Erde oder Ausstrahlung des Menschen. Jede neue Gruppe von Erfahrungen wird so aufgenommen, verarbeitet, sedimentiert und schließlich vergessen. Dadurch entstehen Schichten, die, da vergessen, versteinert und nur schwer aufzubrechen und aufzuschließen sind: Das persönliche hat sie dem kollektiven Bewußtsein übergeben, das sie ersterem als Steine, Böden, Skelett, Fleisch, Ektoderm und anderes permanent vor Augen hält. Denn irgendwo müssen die Erfahrungen ja gespeichert werden, auch wenn sie vergessen werden, denn sie sind ja immer da! Die Konklusio ist, daß Vergessen also paradoxerweise behindert, anstatt freizumachen.
Allein Sterne, z.B. die Sonne, sind sich aller ihrer Schichten bewußt. Sie vergessen nicht, und deshalb sind alle Schichten freibeweglich und transparent. Gedanken, Gefühle und das Bewußtsein können alle Schichten vollständig durchdringen - der gesamte Stern strahlt und gibt uns mit seiner Herrlichkeit Freude, Licht und materielle und geistige Nahrung. Das Licht wird nicht wie bei Planeten, Pflanzen, Tieren und Menschen passiv von der bewußten Oberfläche reflektiert, sondern aus allen Schichten aktiv abgestrahlt.
Was ist dabei nun die Aufgabe des Menschen? Zunächst soll er alle Dinge, Geschehnisse und Vorstellungen nicht vergessen, sondern im Bewußtsein aufbewahren. Das heißt nicht, daß er nachtragend sein soll, sondern, daß er einfach nichts vergessen soll, auch wenn es verziehen ist, denn alles, alle Erfahrungen, sind eine Bereicherung des Lebens und dienen der Beantwortung der Fragen des Lebens: Wer bin ich? Wer sind wir? Was wollen wir? Je mehr man jedoch vergißt, desto weniger kann man diese Fragen beantworten, die das Leben unaufhörlich über und durch uns an sich stellt. Denn zwischen Ich und Du, Mensch und Umwelt bzw. Kosmos, besteht ein ständiger Austausch- und Lernprozeß, ein Kreislauf, von dem wir nur einen winzigen Teil sehen und und bewußt wahrnehmen können. Vielleicht soll ja das Unbewußte, Unbeantwortete oder wenigstens ein Teil davon ins Bewußtsein geholt werden. Vergessenes aber kristallisiert, da es aus der Lösung des Bewußtseins ausgeschieden wurde, aus und existiert weiter, da es ja irgendwo aufbewahrt werden muß und auch wird. Der materielle Organismus des Menschen ist also Zeuge des persönlichen und kollektiven Vergessens und Ausgrenzungsverhaltens des Menschen und der Menschheit. Je nachdem, was vergessen und ausgegrenzt wurde, haben menschliche Kollektive bzw. Gesellschaften verschiedene Bräuche, Geschichten und unterschiedliches Aussehen, erscheinen also als Stämme, Völker, Ethnien, Rassen usw. Aufgabe des Menschen ist damit, a) nichts zu vergessen und b) das Vergessene, Unbewußte und seine versteinerten, verknöcherten und verfleischlichten Schichten durch das Bewußtsein wieder aufzubrechen, auszuleuchten und zu lösen. Dadurch wird er vollkommen von Gefühlen, Gedanken und Bewußtheit durchdrungen, strahlt und verliert an Masse bzw. Schwere - an Sedimentschichten.
Damit bekommt auch das zukünftige Nova- oder Supernovastadium der Sonne einen Sinn: Der Mensch wird dann, wenn er diese Aufgabe gelöst hat, auf der Sonne leben.

12. Ziel: Wir sind an Organismen, d.h. Vorstellungen, gefesselte Energie. Unser Kampf geht um Zustände, die wir erleben wollen. Der ideale Zustand ist die Erlösung, wie auch immer sie aussieht. Aber wir sind immer im Netz bzw. Geflecht des Ganzen, und erlöst werden können entweder alle oder niemand! Darum ist die Erlösung, die Erfüllung am Ende nur über Kooperation zu erreichen (und die Nichterlösung über Destruktion). Erst dann ist ein neuer Anfang möglich. Das ist das Problem, die Aufgabenstellung unserer gegenwärtigen Weltsituatiuon.

13. Erkenntnis: Wir können sehr wohl die Wirklichkeit erkennen, denn wir sind ein Teil von ihr.

14. Zusammenhang: Es muß ein übergreifendes Bewußtsein geben, sonst wäre die materielle Welt in ihrer Kurzsicht, Eitelkeit, Bosheit und Begrenztheit schon lange den Bach heruntergegangen. Nur der Gnade dieses Bewußtseins verdanken wir, daß wir noch hier sind - es wäre sonst nicht möglich.

15. Ebenen: Wie am Beispiel des Fraktals sichtbar, gibt es im Leben 3 Ebenen: die materiell-fokussierte (Ich), die quantenmechanisch-allvereinte (Du) und die leer-entspannte Ebene (Alles). Auf welcher Ebene wir sind, hängt davon ab, was wir wollen.

16. Wille, Freiheit und Solidarität: Wie Kant schon sagte: Man kann nicht wollen, was man will. Deswegen soll man dem Anderen unedingt seinen Willen lassen, denn er ist sein Primat und sein Leitstern durch das Leben. Nur wenn der Wille zur Gefahr und Beeinträchtigung wird, darf man eingreifen - damit der Wille und die Freiheit aller und nicht einiger weniger Übermütiger oder Unmutiger zum Zuge kommen.

17. ein Grund: Der Sinn des individuellen Lebens ist die Suche nach dem H. Gr. Nur deswegen sind wir hier - um das Gesuchte zu finden.

18. Kreislauf: Im Leben bereitet man -schon und ununterbrochen- das nach dem Tod Seiende und Kommende vor und umgekehrt. Man sorge deswegen vor und nach.

19. Sternengarten: Alles -Zellen, Neuronen, Menschen, Pflanzen, Tiere, Sterne- sind kleine Sonnen, die alle miteinander verbunden sind. Dazwischen wirkt und webt das Bewußtsein (Gott) und seine Aspekte, "Geister" (wir), welche das Netz gießen, hegen und pflegen - ein Sternengarten.

20. Übermensch: Der Übermensch ist der neue, dreieinige Mensch, der die Gegensätze in sich vereinigt und versöhnt hat. An seiner Wiege stehen sein Vater Europa und seine Mutter Afrika, während ihm Asien als Muse und Fee zulächelt.

21. Sternensaat: Der Mensch ist Sternensaat. Wir werden von den Sternen geträumt. Sie sind die eigentlichen Götter, und wegen ihnen sagen wir manchmal, daß unser Wille unfrei ist. Die Naturmenschen wissen das und üben deshalb Opfer (eine leuchtende Kerze, Blumenkränze auf dem Wasser...) und Gebete aus. Sie werden nicht immer erhört, aber sie werden erhört. Nur haben wir das in unserer Industriewelt vergessen, weil die Maschine unser neuer Gott geworden ist und uns führt.

22. Jetzt: Man kann so viel tun, man weiß es nur nicht! Angst hat man, wenn man von sich selber abkommt.

last update by Lydia Thießen 31.10.2004