Globales Manifest für Alle


1. Politik: Wer seine Ideale nicht erreicht, hasst die, die das können. Auf dieser Tatsache basiert die Macht von Politikern. Sie hindern die Masse und den Einzelnen daran, ihre Ideale zu verwirklichen. Die Schuld gibt der Politiker immer seinem Gegner, auf den sich die wütende Masse auch prompt stürzt. So werden zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Gäbe es keine Vorurteile oder besser: Hören auf Vorurteile, würde das nicht passieren.

2. Revolution und Transformation: Revolution ohne Transformation und Transformation ohne Revolution sind ohne Erfolg.

Erfolgt Veränderung nur auf einer Ebene, wird sie durch die andere wieder negiert. Dies ist die Ursache des Scheiterns des Sozialismus. Ihm fehlt die körperliche Reife der Menschen, dem Kapitalismus die seelische Reife, weshalb er aber im Gegensatz zum Sozialismus mit Leib und Seele gelebt wird. Veränderung muss auf beiden Ebenen eintreten. Sonst wird jede Revolution ihre Kinder fressen.

3. Sozialismus und Kapitalismus: Sozialismus ist nicht besser als Kapitalismus und umgekehrt. Kapitalismus und Sozialismus sind Gegensätze einer Medaille (Abhängigkeit von der Materie), die überwunden werden müssen. Materie muss als wieder Folge und nicht als Ursache gesehen werden. Dann kann man selbst mit Geld umgehen.

4. Matriarchat und Patriarchat: Eine matriarchale Gesellschaft ist nicht erfüllender als eine patriarchale. Beide Gesellschaftsformen sind unvollständig und es fehlt immer etwas, nämlich die Eigenschaften und Fähigkeiten des ausgegrenzten Geschlechts. Das ausgegrenzte Geschlecht wird auf ein paar wenige Eigenschaften reduziert, die dem herrschenden Geschlecht gefallen, und versucht nun, entweder sich zu wehren, durch anpassendes Verhalten zu überdauern oder durch kompensatives Verhalten zu fliehen. Die Herrschaft eines Geschlechts deformiert das andere Geschlecht und zwingt es zu den traurigsten, entwürdigendsten Handlungs- und Verhaltensformen. Das Schlimmste ist aber, dass das unterdrückte Geschlecht mangels Möglichkeit der Gegenwehr autoagressiv wird und seine Geschlechtsgenossen unterdrückt, angreift und verhetzt. Für das herrschende Geschlecht ist das ein amüsantes, nettes Schauspiel. Mitleid hat es dafür bestimmt nicht, denn es hat ja genau diese Gesellschaft gewollt und freut sich nun über die Sonderzulage.
Matriarchat bekommt den Männern nicht gut, Patriarchat ist für die Frauen schlecht. Es muss eine Gesellschaft errichtet werden, in der weder Männer noch Frauen unterdrückt werden. Dadurch werden Extreme, wie Männlichkeits- oder Weiblichkeitswahn, überwunden.

5. Unabhängigkeit: Solange der Mensch abhängig von Alkohol, Zigaretten, Familie und persönlichem Hab und Gut ist, wird keine Revolution gelingen. Der Mensch bleibt auf der Ebene von Kapitalismus und Sozialismus und von Materie und Nichtmaterie, ohne ihre Gegensätze überwinden zu können. Erst der Übermensch wird einen "tanzenden Stern gebären (F. Nietzsche) und bessere Zeiten sehen. Alkohol, Zigaretten, Familie und materieller Besitz sind die größten Geißeln des Menschen, weil er sich von ihnen auf einer Ebene festhalten und vom freien Austausch von materieller und nichtmaterieller Ebene abhalten lässt. Sie sind die eigentlichen apokalyptischen Reiter, die Krankheit, Not, Tod und Krieg hervorbringen, wenn man sie falsch einschätzt.

6. Berufe: Ausbildungen und Berufe sollen nicht ergriffen werden, um Geld zu verdienen oder um seine Familie zu ernähren. Dadurch werden sie sinnentleert und missbraucht. Es kommt zu Desinteresse, Desengagement, Wucher und Betrug, die durch Systeme von Lohn und Strafe bekämpft werden müssen. Berufe sollen um ihretwillen, wegen ihres Inhalts und Tätigkeits- und Funktionsfelds gelernt und ausgeübt werden. Damit sieht der Mensch in seiner eigenen Tätigkeit Sinn und bekommt wieder Freude am Leben. Er wird unabhängiger von Belohnung bzw. Bestrafung und Geld, also mündiger.

7. Zukunft: Zukunft fordert als Weiterentwicklung Transzendenz: Vereinigung der Gegensätze (Materie und Nichtmaterie, männlich und weiblich, negativ und positiv) und Wahrnehmung und Entfaltung der dabei entstehenden neuen Ebene. Vereinte Gegensätze schließen sich zu einer Brücke, auf der man vorwärtsgehen kann.

last update by Lydia Thießen 31.10.2004