Liebes-Leben

Ein fiktives Interview mit Gott

 

von Elias Erdmann

e-Mail: elias.erdmann@gmx.de

Homepage: http://www.klarerblick.de/forum/viewforum.php?f=37

 

 

Moderator: Willkommen im Studio 7 des RDG zu unser Talkshow "Liebes-Leben"... Wir freuen uns, heute einen ganz besondern Gast bei uns begrüßen zu dürfen - Gott. Ein herzlichen Willkommen auch an unseren Gast und gleich die erste Frage. Es gab im Vorfeld dieser Sendung Bedenken, Gott zu seinem Liebes-Leben zu befragen. Wie sieht Gott selbst das Thema "Sex"?

 

Gott: Ganz locker und unverkrampft ... immerhin hab ich selbst den Sex erfunden. Und es gab schon sehr wichtige Gründe, warum ich mich bei meinen Geschöpfen so oft für diese Methode der Fortpflanzung entschieden habe. Sexuelle Fortpflanzung schafft immer wieder neue Kombinationen der Erbanlagen und dadurch eine enorme Vielfalt. Ich liebe die Vielfalt. Jedes neue Wesen kann neue Erfahrungen sammeln und kann neue Lösungen finden.

 

Moderator: Hätte es da keine andere Möglichkeit gegeben?

 

Gott: Das Problem ist: Wie erhält man Vielfalt und gleichzeitig Stabilität? Mit einer erhöhten Mutationsrate könnte man auch Vielfalt erzeugen. Auf Dauer läuft das aber total aus dem Ruder. Es gibt aber tatsächlich auch noch andere Methoden des Gen-Austauschs. Die wende ich aber auf der Erde nur bei Einzellern an.

 

Moderator: Ist es für Gott peinlich, über sein eigenes Liebesleben zu erzählen?

 

Gott: Wieso denn? Die Menschen beobachten mich doch ohnehin jeden Tag dabei, denn sie sind ja schließlich ein Teil von diesem Liebesleben.

 

Moderator: Inwiefern?

 

Gott: In jedem fühlenden Wesen vermehre ich mich. Sie alle und alle ihre Empfindungen sind meine Kinder.

 

Moderator: Vermehrst Du Dich also, indem sich deine Geschöpfe vermehren?

 

Gott: Nicht direkt.

 

Wir müssen da drei Fälle unterscheiden

 

-         erstens die Vermehrung der Bewusstseinsträger

-         zweitens die Vermehrung der Erfahrungen in den Bewusstseinsträgern

-         und drittens die biologische Vermehrung der Körper.

 

Wirklich vermehren tue ich mich eigentlich nur in den ersten beiden Fällen. Durch eine biologische Zeugung entsteht kein neuer Bewusstseinsträger, sondern ein uralter Bewusstseinsträger zieht in einen neuen Körper ein. Das ist eigentlich nur ein Erneuerungsprozess und keine wirkliche Vermehrung. Indirekt vermehrt sich dadurch natürlich auch die Erfahrung, denn jeder neue Körper ist eine neue Herausforderung und bringt neue Erfahrungen. Meine Kinder sind also die Bewusstseinträger und die Erfahrungen, Gedanken und Empfindungen dieser Bewusstseinsträger.

 

Moderator: Haben diese Kinder auch eine Mutter?

 

Gott: Natürlich! Meine Geliebte ist die Materie und mit ihr zeuge ich die Kinder?

 

Moderator: Also Gott liefert den Geist und die Materie den Körper?

 

Gott: Nicht ganz. Der Geist wächst an der Materie durch Erfahrungen. Die Materie liefert also nicht nur den Körper, sondern auch die Erfahrungen.

 

Moderator: Und was liefert dann Gott?

 

Gott: Den Bewusstseinsträger. Das ist auch ein ganz wichtiger Teil. Auch ein Buch besteht aus Materie und es können durchaus auch Erfahrungen darin stecken. Aber das Buch ist sich dieser Erfahrungen nicht bewusst. Ein Buch ist also vereinfacht ausgedrückt Materie und Erfahrung ohne Bewusstseinträger. Auch die Gedanken in einem Buch brauchen übrigens den Leser als Bewusstseinträger, um sich zu vermehren.

 

Moderator: Wieso braucht Gott die Materie zur Vermehrung?

 

Gott: Daran wachsen meine Kinder. Wenn man in der Materie ein Duplikat von etwas herstellt, dann hat man zwei Gegenstände. Materielle Dinge kann man so vermehren. Aber mit immateriellen Dingen klappt das nicht. Wenn man eine Information kopiert, so hat man nicht zwei Informationen, sondern zweimal die gleiche Information. Das gleiche gilt auch für Ideen oder Erfahrungen. Diese Dinge kann man zwar durch kopieren verbreiten, aber nicht durch Kopieren vermehren. Das ist ein Unterschied. Die Kopie einer Idee ist keine neue Idee - die Kopie einer Erfahrung ist keine neue Erfahrung. Ich kann mich nicht vermehren, indem ich Kopieren von mir erstelle, so wie es Einzeller machen. Ich kann mich nur vermehren, indem Teile von mir immer wieder neue Erfahrungen machen. Für diese Erfahrungen brauche ich die Materie. Weil alle Wesen unterschiedlich sind, wird natürlich mit jeder Kopie die Erfahrung immer wieder anders empfunden und bewertet und dadurch ist es genau genommen schon eine neue Erfahrung. Deshalb ist die Vielfalt so wichtig. Auch sie trägt zur Vermehrung von Empfindungen bei. Kopien von Erfahrungen sind aber auch deshalb wichtig, damit sie nicht verloren gehen und damit andere darauf aufbauen können.

 

Moderator: Wie wurde denn die Materie gezeugt? Oder war sie schon immer da?

 

Gott: Am Anfang war alles wüst und leer ...

 

Moderator: Das ist der Anfang der biblischen Schöpfungsgeschichte.

 

Gott: Ja und da steht tatsächlich die Antwort drin. Es gab am Anfang ein Nebeneinander von Gott und Materie. Der Gott war noch unentwickelt und die Materie unstrukturiert. Das ist noch gar nicht zu vergleichen mit dem, was wir heute unter Gott und Materie verstehen. Wir beide sind erst im Laufe der Zeit miteinander und aneinander gewachsen. Ich habe mich durch die Erfahrungen in der Materie entwickelt und die Materie wurde durch mich strukturiert. Beides entstand miteinander und beides bedingt sich gegenseitig.

 

Moderator: Was kann man sich denn unter strukturierter Materie vorstellen?

 

Gott: Es gibt ganz unterschiedlich komplexe Strukturen. Eine ganz einfach strukturierte Materie wäre ein Kristall und ein Beispiel für eine sehr komplex strukturierte Materie wäre dein Körper.

 

Moderator: Wenn sich Gott mit der Materie vereint, entstehen also komplexe Strukturen. Was passiert, wenn sich Gott wieder aus der Materie zurück zieht. Zerfallen dann die Strukturen?

 

Gott: Also so ganz ziehe ich mich natürlich nie zurück. Aber wenn sich z.B. ein Bewusstseinsträger, der ja ein Teil von mir ist, aus dem materiellen Körper zurück zieht, dann zerfällt dieser tatsächlich zu einfachen Strukturen - zu Erde. Würde ich mich ganz zurück ziehen, dann würde auch die einfach strukturierte Materie noch weiter zerfallen. (lacht) Aber keine Angst - das werde ich nicht tun.

 

Moderator: Wie lange hat es den gedauert, bis es zwischen euch beiden gefunkt hat, also zwischen Dir und der Materie?

 

Gott: (lacht) "Gefunkt" - das Wort finde ich gut. In einem früheren Interview hat mal jemand notiert "Es werde Licht". Aber nun zur Frage mit der Zeit. Es gab keine Zeit vorher, weil es keine Entwicklung vorher gab. Mit dem Funken begann überhaupt erst die Zeit. Daher kann man die Frage, wie lange es vorher gedauert hat, nicht beantworten. Zeit kann man nur messen und empfinden durch Entwicklungen und Abläufe. Auch in euren Uhren laufen Prozesse ab und darüber messt ihr die Zeit. Eine statische Welt, in der nichts abläuft, die hat keine Zeit. Die Zeit begann erst mit dem "Funken". Vorher waren wir quasi "über der Zeit".

 

Moderator: .... Und der Geist Gottes schwebte über den Wasser? Hat das was damit zu tun?

 

Gott: Ja....das ist auch ein Zitat aus dem alten Interview : Wasser nahmen die Menschen damals unter anderem als ein Synonym für "Abläufe" bzw. für den Fluss der Ereignisse aber auch für die Empfindung der Abläufe.

 

Moderator: Dieser Funke - War das der Urknall?

 

Gott: Nein. Nicht die Materie selbst dehnt sich aus, sondern die Strukturen. Das ist wie ein Kristallisationsprozess. Man kann vergleichen mit Eisblumen auf dem Fenster. Da fliegen auch keine Eisbrocken durch die Gegend, sondern die Kristallstruktur beginnt an einem Punkt und dehnt sich aus. Die Rotverschiebung, die ihr als Ausdehnung des Weltalls interpretiert, hat andere Gründe. Die Frequenz der Schwingungen lässt über große Distanzen etwas nach.

 

Moderator: Werden noch immer neue kleine Götter gezeugt?

 

Gott: Ja ... aber um genau zu sein ... es werden durch das Zusammenspiel von Geist und Materie ganz elementare Bewusstseinsträger gezeugt. Daraus entwickeln sich erst im Laufe der Zeit Götter. Aber das sind wirklich enorme Zeiträume von einigen Milliarden Jahren. Der Mensch auf seiner evolutionären Entwicklungsstufe hat auf diesem Weg vom elementaren Bewusstseinsträger zum Gott so etwa die Hälfte geschafft. Der Mensch ist quasi ein Gott in der Pubertät.

 

Moderator: Macht eigentlich das Zeugen Spaß?

 

Gott: Nein - das Zeugen selbst nicht. Aber es bereitet mir eine große Freude, wenn ich sehe, wie sich die Bewusstseinsträger entwickeln und wie sie manchmal auf Ideen und Lösungen kommen, die ich mir vorher selbst nie hätte vorstellen können.

 

Moderator: Ich dachte, Du wärst allwissend?

 

Gott: Das verfügbare Wissen aller Bewusstseinsträger steht mir zur Verfügung. Das ist schon eine ganze Menge. Aber mancher Gedanke ist noch nicht verfügbar, weil er noch nie gedacht wurde. Ich bin die Summe aller Gedanken und ich vermehre mich immer dann, wenn irgendwo auf der Welt ein neuer Gedanke das erste Mal gedacht wird. Das Gleiche gilt übrigens auch für jede andere Empfindung.

 

Moderator: Ich finde es seltsam, dass in den heiligen Texten die Bewusstseinsträger nicht erwähnt werden, wo sie doch offensichtlich eine so zentrale Rolle spielen.

 

Gott: Doch, sie werden erwähnt. Sie werden als "Lichtträger" bezeichnet bzw. als Luzifer, was das gleiche bedeutet. Licht ist das Symbol für Bewusstsein. Durch Licht sieht man die Dinge. Durch Licht werden sie einem bewusst. Ohne Licht wären sie zwar auch da, aber man würde sie nicht sehen.

 

Moderator: Luzifer, das ist doch der gefallene Engel?

 

Gott: Alle Bewusstseinträger wurden in die materielle Welt geschickt, um dort zu wachsen. In diesem Sinne seid ihr alle Engel, die in die Materie gefallen sind. Jeder von Euch ist ein Luzifer - ein Bewusstseinsträger.

 

Moderator: Haben sich die Bewusstseinsträger von Gott entfernt?

 

Gott: Nein, die meisten sind dafür viel zu bequem. Ich bin es, der sich vorübergehend von ihnen getrennt hat. Die Trennung tut ihnen letztendlich ganz gut, auch wenn es dabei mitunter zu sehr extremen Erfahrungen kommt. Aber andernfalls würden sie nie erwachsen werden. Wenn sie immer nur meine Gedanken denken täten, dann würden sie nie einen neuen, eigenen Gedanken entwickeln und ausprobieren. Deshalb muss ich mich etwas zurück nehmen und die Kinder mal alleine machen lassen. Für die Bewusstseinsträger wäre es natürlich bequemer, wenn ich permanent helfen täte, aber daran würden sie selbst nichts lernen. Ohne die Trennung könnte ich mich nicht vermehren, denn dann gäbe es keine neuen Gedanken, sondern immer nur Kopien meiner eigenen Gedanken.

 

Moderator: Wozu gibt es das Leid?

 

Gott: Leid ist die Folge aus Freiheit und Konsequenz. Um das Leid zu vermeiden, müsste ich entweder den Bewusstseinsträgern die Freiheit nehmen, Leid zu verursachen oder ich müsste sie in eine Traum-Welt stecken, wo ihr Handeln keine Konsequenzen hätte. In beiden Fällen würden aber die Bewusstseinsträger nicht lernen, die Konsequenzen ihrer Handlungen zu beurteilen. Das Leid verursache nicht ich, sondern die Bewusstseinsträger selbst. Aber ich lasse es zu, weil die Bewusstseinsträger andernfalls nicht aus den Konsequenzen lernen könnten.

 

Moderator: Belastet das die Bewusstseinsträger nicht sehr?

 

Gott: Oh doch! Deshalb gibt es zwischen zwei Erdenleben immer eine Zwischenphase zur Erholung in einer Umgebung, wo man weniger Freiheiten und Konsequenzen hat, wo es aber dafür auch etwas bequemer ist. Dort sind die Bewusstseinträger quasi auf Urlaub. Auch nachts im Schlaf kehren sie manchmal in diese Umgebung zurück.

 

Moderator: Hältst Du Dich wirklich immer zurück? Oder hilfst Du nicht doch manchmal ein wenig?

 

Gott: Eine fertige Lösung für ein konkretes Problem verrate ich so gut wie nie. Aber ich gebe manchmal schon einen Tipp, so dass der Suchende selbst auf die Lösung kommt. Aber ich verrate dabei nicht mehr, als der Suchende selbst schon weiß. Sehr viel mehr kann ich ihm ohnehin nicht verraten, denn neue Information kann man nur dann erfassen, wenn man sie mit bekannten Erfahrungen vergleichen kann. Andernfalls prallen die neuen Informationen ab. Ich mache ihn also nur auf sein eigenes Wissen und seine Möglichkeiten aufmerksam. Oder ich führe ihn in Situationen, wo er die notwendigen Erfahrungen sammeln kann. Manchmal fasse ich sein Wissen auch zusammen oder ordne es neu.

 

Moderator: Aber manchmal werden doch komplette Bücher gechannelt?

 

Gott: Nicht von mir.

 

Moderator: Von wem denn?

 

Gott: Es gibt sehr viele Wesen, die dazu in der Lage sind. Du kannst auch jemanden anrufen und ihm deine Gedanken per Telefon channeln. Das ist letztendlich nur eine andere Technik.

 

Moderator: Und was ist nun mit diesem Interview? Da verrätst Du doch auch einiges?

 

Gott: Seit Jahrtausenden hast Du jedes Detail dieser Antwort selbst erarbeitet. Nun kannst Du sie auch am Stück erfassen. Es ist bereits Dein Wissen. Ich fasse es nur für Dich zusammen.

 

Moderator: Und was ist mit den anderen Zuhörern?

 

Gott: Jeder wird immer nur das hören, was er ohnehin schon kennt und nur das glauben, was seinem Denken entspricht.

 

Moderator: Was ist das Ziel oder der Sinn dieser Vermehrung?

 

Gott: Es ist der primäre Sinn, der allen anderen Dingen einen Sinn gibt und das ist nun wiederum der Sinn des primären Sinns. Vor dem Beginn der Zeit gab es keinen Sinn und kein Ziel. Erst durch Entwicklung entstand der Sinn und eine Richtung. Und damit war nun auch diese Entwicklung der Sinn. Dieser Sinn hat sich quasi selbst geschaffen ohne einem höheren Sinn zu dienen. Dieser Sinn schuf all die Dingen und hat nun den Sinn, der Sinn für all die anderen Dinge zu sein.

 

Moderator: Da beißt sich also nun die Katze in den Schwanz. Der Sinn des Sinns ist also Sinn zu sein.

 

Gott: (lacht) Das haben primäre Ursachen so an sich, dass sie sich aus sich selbst heraus begründen.

 

Moderator: Wird es jemals ein Ende dieser Vermehrung geben?

 

Gott: Nein. Aber es gibt durchaus auch Gedanken die sterben, wenn es keinen mehr gibt, der sie denkt. Glücklicherweise ist so ein Aussterben der Gedanken aber immer nur ein regionales Ereignis. In irgendeiner ökologischen Nische der Schöpfung konnten sie bislang noch immer überleben. Wenn man einen Gedanken durch kopieren auch nicht vermehren kann so kann man ihn damit doch vor dem Aussterben bewahren.

 

Moderator: Gab es bei uns auch schon mal so ein regionales Aussterben der Gedanken?

 

Gott: Ja leider - und das Schlimmste daran war: Man gab auch noch vor, es würde in meinem Namen geschehen. Im Namen Gottes wurden ganze Kulturen vernichtet und mit den Kulturen starben auch die Gedanken dieser Menschen. Einige sehr wertvolle Gedanken sind inzwischen auf der Erde völlig ausgerottet und werden nun langsam wieder angesiedelt, indem nun gezielt Bewusstseinsträger auf die Erde geschickt werden, die diese Gedanken wieder mitbringen.

 

Moderator: Ist es denn so wichtig, dass diese Gedanken auf der Erde angesiedelt werden? Könnte man sie denn nicht ebenso gut woanders angesiedelt?

 

Gott: Diese Gedanken wurden von Menschen entwickelt unter den irdischen Bedingungen. Andere Wesen, die unter anderen Bedingen leben und andere Gehirne haben, die könnten mit diesen Gedanken nicht viel anfangen. Das wäre völlig inkompatibel. Das wäre so, als wenn man Daten eines Computer-Systems mit einem anderen zu lesen versucht. Diese Gedanken können nur von Menschen gedacht werden und deshalb kann man sie nur in Menschen ansiedeln, damit sie sich weiter entwickeln können.

 

Moderator: Sind Menschen also der Lebensraum für Gedanken?

 

Gott: Jedes fühlende Geschöpf ist so ein Lebensraum für Empfindungen. Menschen sind also der Lebensraum für menschliche Empfindungen. Es gibt auch andere Lebensräume für andere Empfindungen.

 

Moderator: Wie kommt es, dass über das Liebesleben Gottes so wenig in den heiligen Texten steht?

 

Gott: Es gab und gibt durchaus Kulturen, wo das anders ist. In Indien gibt es viele Darstellungen vom göttlichen Liebesleben und auch die alten Griechen stellten sich den Göttervater Zeus nicht gerade als Eunuchen vor. Die Probleme begannen in eurer Kultur mit der Idee, die Materie sei schlecht. Damit wurde auch vieles als schlecht empfunden, was mit der Materie zu tun hatte und dazu gehörte auch die große Vereinigung von Gott und Materie. So wie sich positive Ideen vermehren können, so können sich auch negative Ideen vermehren. Die können ganz schön zur Plage werden. Das kann man durchaus mit einer Krankheit vergleichen. Diese Idee mit der "bösen Materie" ist so eine Krankheit. Auch Zölibat, Keuschheit, die Unterordnung der Frau und die Tabuisierung der Sexualität hängen damit zusammen. Es sind quasi die Symptome dieser Krankheit. Aber durch das bereits erwähnte Neuansiedlungsprojekt soll sich die Idee der großen Vereinigung von Gott und Materie wieder ausbreiten. Vielleicht verschwinden dann ja die Krankheitssymptome.

 

Moderator: Vielen Dank für dieses Interview!